KiSS-Beratung

Die Kopfgelenk induzierte Symmetrie-Störung (KiSS)


Meine Geschichte über das KiSS- Syndrom:


Meine jüngste Tochter Emma, heute 3 Jahre alt, kam damals innerhalb von 1,5 Stunden spontan, in Schädellage auf die Welt. Die Geburt verlief problemlos, jedoch zeigten sich danach  bei ihr einige Auffälligkeiten:

Man sah deutlich eine fixierte Rumpffehlhaltung zur rechten Seite (C-Skoliose); der Schädel, das Gesicht sowie Nase und Kiefer waren sichtbar asymmetrisch. Der erste Anlegeversuch nach der Geburt misslang, da sie sehr unruhig war und viel schrie.

Auch die Tage nach der Geburt fiel meine Tochter mit starker Unruhe auf und das Stillen bereitete ihr große Probleme. Zum Glück war bzw. bin ich vom Fach und kannte einige Tricks.

Aber auch das half mir auf Dauer nicht weiter, denn ab der 3 Lebenswoche ca. brüllte Emma von morgens bis abends mit nur wenigen Pausen. Sie trank tagsüber sehr schlecht bis teilweise gar nicht und schrie meine Brust viel an, dabei überstreckte sie sich massiv nach hinten. Lediglich nachts fand sie etwas zur Ruhe und trank problemlos im Halbschlaf. Sie nahm schlecht zu und ließ sich nur unter massiven Schaukelbewegungen beruhigen. Im Kinderwagen sowie in der Babyschale konnte man sie nur unter Protest transportieren. Selbst das Tragen im Tuch war nicht möglich, da sie sich darin überstreckte und es kaum bis gar nicht tolerierte. 

Am Hinterkopf konnte man nach kurzer Zeit eine Abflachung erkennen.

Für mich und die Hebammen, die uns betreuten, stand von Anfang an fest, dass Emma eine auffällige Haltung aufwies und sie vermutlich unter Blockaden litt. So suchte ich auch unmittelbar nach der Geburt einen Osteopathen auf, der mir jedoch versicherte, dass es sich bei meiner Tochter nicht um Blockaden der Halswirbelsäule handele, sondern um eine Muskelverkürzung am Hals aufgrund einer Zwangslage im Mutterleib. Selbst mein Wissen über KiSS und die Frage, ob ein Spezialist dafür passender wäre, half mir nicht weiter. So vertraute ich auf den Osteopathen und setzte dort die einwöchige Behandlung fort. Zeitweise wurde ihr Schreien dadurch etwas weniger- oder vielleicht bildete ich es mir auch ein- aber die Körperhaltung verschlimmerte sich von Woche zu Woche und  motorische Entwicklungsrückstande wurden immer deutlicher. Nach erneuter kinderärtzlicher Vorstellung wurden wir zur Physiotherapie überwiesen und dort nach Bobath behandelt.  Emma war nun 3 Monate alt. Wir gingen 1x wöchentlich zur Physio, wodurch sich ihre Bauchlage etwas verbesserte. Doch die asymmetrische Haltung, das Überstrecken, die C-Skoliose sowie das permanente Schreien am Tage blieben.

Als Emma 4 Monate alt war, suchten wir auf Empfehlung einen Orthopäden auf, der die Atlastherapie nach Arlen durchführte. Nach dieser Therapie besserte sich sofort Emmas Zustand, sie tolerierte die Bauchlage, die C-Skoliose war kaum noch sichtbar und das Schreien und die Unruhe stellten sich ein.

Leider hielt diese Besserung für nur etwa 4 Wochen an, Emma ging wieder deutlich in die Asymmetrie, wurde unruhiger, schlief schlechter und das Stillen wurde wieder zum Problem.

Durch weitere Recherchen und Gespräche mit Betroffenen erfuhren wir, dass es sich bei unserer Tochter um KiSS 1 und KiSS 2 handele und  bei dieser Mischform die Atlastherapie nicht den gewünschten, langfristigen Erfolg bringe, hingegen aber die Manualtherapie nach Gutmann.

Mit 5 Monaten wurde Emma in Dortmund  nach Gutmann behandelt  und war nach einer Reaktionszeit von 10 Tagen ein fröhliches und ausgeglichenes Kind, ohne körperliche und motorische Defizite. In den darauf folgenden Monaten gingen wir  jedoch  weiterhin zur Physio, um die motorischen Rückstände, die durch die Blockaden entstanden sind, auszugleichen.






Mit dieser Geschichte möchte ich deutlich machen, wie wichtig es ist bei solch einer Problematik gut beraten zu sein.


Aufgrund meiner persönlichen Erfahrung mit dem KiSS- Syndrom, beschäftige ich mich nun intensiv mit dem Thema.


Im Rahmen meiner Ausbildung zur Still-und Laktationsberaterin habe ich mich mit den Stillproblemen, die durch dieses "Syndrom" entstehen können, beschäftigt und eine Facharbeit mit dem Titel "Das KiSS- Syndrom und seine besondere Bedeutung in der Stillberatung" geschrieben.


Im Januar 2016 habe ich einen Vortrag im Lukaskrankenhaus Neuss vor Fachpersonal der Geburtshilfe gehalten.


Leider ist vielen Fachleuten dieses Syndrom nicht bekannt oder es wird als "Schokoladenseite", die sich herauswächst, heruntergespielt oder einfach hingenommen, dass das Kind eben ein "Schreikind" ist.


Da ich in meinem beruflichen Umfeld, ob auf der Wochenbettstation, in meinen Krabbelkursen oder in meinen Beratungen, immer wieder auf auffällige Kinder stoße, habe ich es mir zum Ziel gemacht, Fachleute und natürlich die Eltern der betroffenen Kinder für dieses Problem zu sensibilisieren.


Wenn Du also den Verdacht hast, dass Dein Kind vielleicht unter Blockaden in der Halswirbelsäule leidet, Du deswegen vielleicht Probleme beim Stillen oder Tragen hast, dann melde Dich bei mir.

Ich berate Dich gern zu diesem Thema und leite Dich an spezielle Therapeuten weiter.

Wir finden zusammen eine Lösung und eine Optimierung dieser Probleme.


Da dieses spezielle Thema in Fachkreisen sehr kontrovers diskutiert wird, möchte ich darauf hinweisen, dass nicht jedes "Schreikind" oder nicht alle Stillprobleme auf KiSS zurück zuführen sind. Aber in der heutigen Zeit muss es, meiner Meinung nach, bei bestimmten Auffälligkeiten, immer in Betracht gezogen werden.

Natürlich bin ich nicht dazu berechtigt, die Diagnose "KiSS" zu stellen. Meine Aufgabe besteht lediglich darin, Dich zu beraten und an spezielle Therapeuten weiterzuleiten.



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